Forschungsprojekte

Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden in verschiedenen europäischen Ländern unzählige Musik- und Gesangvereine gegründet, was zu einer Chorbewegung führte, die nicht nur für gemeinsames Singen stand, sondern die auch eine vaterländische Gesinnung förderte. In der Schweiz umfasste diese Bewegung eine grosse Zahl von Männerchören, mit starker liberaler und patriotischer Grundhaltung. Dieser Patriotismus konnte jedoch nicht auf eine kulturelle, sprachliche oder ethnische Einheit gegründet werden, sondern setzte die Integration der vier Kulturen, aus denen die Schweiz besteht, voraus. Die Schweizer Chorbewegung wurde mit ihren Liedern und Festivals zu einem entscheidenden Element dieses Integrationsprozesses. Trotz ihrer Bedeutung wird diese Bewegung in neueren Forschungen weitgehend ignoriert. Es fehlt an Forschung über die Bewegung als Ganzes und vor allem an Detailkenntnissen über das Chorleben an einzelnen Orten. Die Städte Bern und Freiburg beispielsweise haben unterschiedliche Sprachen, Religionen und Traditionen. Inwiefern unterschied oder ähnelte sich das Chorleben in diesen Städten?

Mit der Beantwortung dieser Frage möchte CLEFNI verstehen, wie Choraktivitäten das soziale und politische Leben in diesen Städten beeinflussten und zur Integration der Schweizerinnen und Schweizer beitrugen. Ziel ist es, die historischen Umstände und die spezifischen Bedingungen, die Integration und multikulturelles Verständnis ermöglichten, besser zu verstehen. CLEFNI wird Archivbestände von Gesangvereinen aus dem 19. Jahrhundert hinsichtlich ihres musikalischen, sozialen und politischen Kontexts sowie ihrer Genderdimension kritisch analysieren. Die Erkenntnisse werden dann im Hinblick auf bestehende Forschungen zur Chorbewegung des 19. Jahrhunderts, zur Musikwissenschaft und zu verwandten Disziplinen wie Soziologie und Geschichte diskutiert.

Finanzierung und Projektdauer

Das Forschungsprojekt wird vom Programm für Forschung und Innovation “Horizon 2020” der Europäischen Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) gefördert. CLEFNI startet im September 2019 und dauert drei Jahre.

Forschende

Betreuung

Case Studies from the Bernese Alps, Brazil’s Minas Gerais, and Hong Kong’s Sai Ying Pu Quarter

The project explores different soundscapes from a global perspective to analyze their sonic dimensions, predominant influence lines (of environmental sounds, technological soundscapes, human culture, music making and performance), and the resulting human interaction with the related environment. Employing a cluster of methods ranging from ethnographic fieldwork to sound recordings, qualitative interviews, music and text analysis, the project focuses on three extreme environments: The high Alpine region of the Bernese Oberland, the remote rural areas of Brazil's northern Minas Gerais, and Sai Ying Pun, a highly dense urban zone of Hong Kong. The project not only encourages a critical reflection on the prevailing dichotomies of urban, rural, and natural soundscapes. By addressing issues of acoustic ecology it also intends to develop solution strategies for the contrasting interests of the different interest groups (e.g. local population, tourist groups, politics).

The project is structured along three sub-projects, researching different areas:

Financing and Duration

This project is funded by the Swiss National Science Foundation (SNF). It started in April 2016 and will last for three years. 

Betreuung

Forschende

Summary

Between 7 May and 9 October 1892, Vienna witnessed the International Exhibition of Music and Theatre (Internationale Musik- und Theaterwesenausstellung), an event of unprecedented relevance for cultural history and musical historiography. It was the first and only themed music and theatre exhibition within the series of International Exhibitions and World’s Fairs held since 1851. Vienna 1892 represents the crystallisation point of a modern conception of music as aesthetic object and marketing product that shaped the “musical experience” of the 20th century. In the same way that Pierre de Coubertin developed the universalised and highly politicised experience of sport founding the Olympic Games in 1896, Vienna 1892 staged classical European music as the “universal language” that has been a powerful globalised cultural tool till today. This process had a lasting influence on all aspects of the “musical experience” in terms of 1. creation / production, 2. perception / consumption, and 3. management / marketing.
Since the beginning of the digital revolution and the advent of Internet the “musical experience” model of the 20th Century is in crisis. The results of this project will contribute to better understand and analyse the extent and the repercussion of this change to current music life through a reconstruction of the previous model that has been taken for granted and therefore neglected in research.

 

Financing and Duration

This interdisciplinary project is funded by the Swiss National Science Foundation (SNF). It begins in May 2015 and lasts for three years.

Principal Investigators

Researchers

Collaborators

Klanglichkeit als intermediale Kategorie höfischer Festrituale in interkultureller Perspektive im 15.-17. Jahrhundert

Ob am osmanischen Hof oder den burgundisch-habsburgischen Residenzen, musikalisch-akustische Ereignisse bildeten über Kontinente hinweg einen wesentlichen Bestandteil bei der Inszenierung höfischer Feste und Rituale. Ihre spezifische Wirkung entfalteten klangliche Momente jedoch immer in Wechselwirkung mit anderen Medien, weshalb sie im Grunde genommen nicht als losgelöste Phänomene zu verstehen sind. An diesen zentralen Punkten greift das vom Schweizer Nationalfonds geförderte Projekt an.

Ausgehend davon, dass Herrscherdynastien allerorten die Macht der Musik bewusst einsetzten, werden unterschiedliche höfische Kulturen und ihre Festlichkeiten in den Blick genommen, verglichen und nach ihrer intermedialen Organisation, Wechselwirkung und Transferprozessen gefragt. Im Zentrum stehen vor allem die Hofkulturen der Sultane des Osmanischen Reiches, der Herzöge von Burgund und der Habsburgischen Kaiser, deren komplexe klanglich-musikalischen Inszenierungsstrategien in zwei Subprojekten untersucht werden.

Anhand ausgesuchter, besonders gut dokumentierter Festlichkeiten des 15. bis 17. Jahrhunderts wird exemplarisch erforscht, in welcher Weise Musik und Klang gemeinsam mit anderen medialen Ereignissen zur Inszenierung von Festen und Ritualen genutzt wurden. Musik wird dabei nicht als losgelöster Bestandteil im Sinne der traditionellen Werkgeschichte verstanden und untersucht, sondern als integrativ wirkende Größe, die nur im Verein mit anderen Medien die gedachte Wirkung entfalten konnte, um schließlich in der gewünschten Überwältigungsstrategie zu münden. Ziel ist es, die Funktion und Organisation von Klang und Musik in zeitlicher, räumlicher, sinnlicher und emotionaler Perspektive zu erfassen und daran anknüpfend allgemeingültige Modellhaftigkeiten der klanglichen Festorganisation herauszuarbeiten.

Durch eine internationale Tagung, die noch weitere Beispiele aus monarchisch strukturierten Kulturen in und fernab des europäischen Raumes vorstellt und deren musikalisch-akustische Festorganisation im Medienverbund erörtert, soll die Perspektive nochmals geweitet, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen herausgearbeitet, die Gültigkeit der in den Subprojekten erarbeiteten Entwürfe diskutiert werden. 

 

Finanzierung und Projektdauer

Das Forschungsprojekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Es startete im März 2019 und ist auf eine Dauer von vier Jahren ausgelegt.

Forschende

Betreuung

Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden in verschiedenen europäischen Ländern unzählige Musik- und Gesangvereine gegründet, was zu einer Chorbewegung führte, die nicht nur für gemeinsames Singen stand, sondern die auch eine vaterländische Gesinnung förderte. In der Schweiz umfasste diese Bewegung eine grosse Zahl von Männerchören, mit starker liberaler und patriotischer Grundhaltung. Dieser Patriotismus konnte jedoch nicht auf eine kulturelle, sprachliche oder ethnische Einheit gegründet werden, sondern setzte die Integration der vier Kulturen, aus denen die Schweiz besteht, voraus. Die Schweizer Chorbewegung wurde mit ihren Liedern und Festivals zu einem entscheidenden Element dieses Integrationsprozesses. Trotz ihrer Bedeutung wird diese Bewegung in neueren Forschungen weitgehend ignoriert. Es fehlt an Forschung über die Bewegung als Ganzes und vor allem an Detailkenntnissen über das Chorleben an einzelnen Orten. Die Städte Bern und Freiburg beispielsweise haben unterschiedliche Sprachen, Religionen und Traditionen. Inwiefern unterschied oder ähnelte sich das Chorleben in diesen Städten?

Mit der Beantwortung dieser Frage möchte CLEFNI verstehen, wie Choraktivitäten das soziale und politische Leben in diesen Städten beeinflussten und zur Integration der Schweizerinnen und Schweizer beitrugen. Ziel ist es, die historischen Umstände und die spezifischen Bedingungen, die Integration und multikulturelles Verständnis ermöglichten, besser zu verstehen. CLEFNI wird Archivbestände von Gesangvereinen aus dem 19. Jahrhundert hinsichtlich ihres musikalischen, sozialen und politischen Kontexts sowie ihrer Genderdimension kritisch analysieren. Die Erkenntnisse werden dann im Hinblick auf bestehende Forschungen zur Chorbewegung des 19. Jahrhunderts, zur Musikwissenschaft und zu verwandten Disziplinen wie Soziologie und Geschichte diskutiert.

Finanzierung und Projektdauer

Das Forschungsprojekt wird vom Programm für Forschung und Innovation “Horizon 2020” der Europäischen Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) gefördert. CLEFNI startet im September 2019 und dauert drei Jahre.

Forschende

Betreuung

Case Studies from the Bernese Alps, Brazil’s Minas Gerais, and Hong Kong’s Sai Ying Pu Quarter

The project explores different soundscapes from a global perspective to analyze their sonic dimensions, predominant influence lines (of environmental sounds, technological soundscapes, human culture, music making and performance), and the resulting human interaction with the related environment. Employing a cluster of methods ranging from ethnographic fieldwork to sound recordings, qualitative interviews, music and text analysis, the project focuses on three extreme environments: The high Alpine region of the Bernese Oberland, the remote rural areas of Brazil's northern Minas Gerais, and Sai Ying Pun, a highly dense urban zone of Hong Kong. The project not only encourages a critical reflection on the prevailing dichotomies of urban, rural, and natural soundscapes. By addressing issues of acoustic ecology it also intends to develop solution strategies for the contrasting interests of the different interest groups (e.g. local population, tourist groups, politics).

The project is structured along three sub-projects, researching different areas:

Financing and Duration

This project is funded by the Swiss National Science Foundation (SNF). It started in April 2016 and will last for three years. 

Betreuung

Forschende

Summary

Between 7 May and 9 October 1892, Vienna witnessed the International Exhibition of Music and Theatre (Internationale Musik- und Theaterwesenausstellung), an event of unprecedented relevance for cultural history and musical historiography. It was the first and only themed music and theatre exhibition within the series of International Exhibitions and World’s Fairs held since 1851. Vienna 1892 represents the crystallisation point of a modern conception of music as aesthetic object and marketing product that shaped the “musical experience” of the 20th century. In the same way that Pierre de Coubertin developed the universalised and highly politicised experience of sport founding the Olympic Games in 1896, Vienna 1892 staged classical European music as the “universal language” that has been a powerful globalised cultural tool till today. This process had a lasting influence on all aspects of the “musical experience” in terms of 1. creation / production, 2. perception / consumption, and 3. management / marketing.
Since the beginning of the digital revolution and the advent of Internet the “musical experience” model of the 20th Century is in crisis. The results of this project will contribute to better understand and analyse the extent and the repercussion of this change to current music life through a reconstruction of the previous model that has been taken for granted and therefore neglected in research.

 

Financing and Duration

This interdisciplinary project is funded by the Swiss National Science Foundation (SNF). It begins in May 2015 and lasts for three years.

Principal Investigators

Researchers

Collaborators