Institutsgeschichte

Kurzüberblick 

Für detaillierte Informationen bitte den Literaturhinweis beachten.

Im 19. Jahrhundert bestand die Tradition, dass der Münsterorganist oder der Direktor der Bernischen Musikgesellschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität ein kleines Pensum Musiktheorie und Musikgeschichte unterrichtete. 1912 wurde dieses Lektorat in eines für Kirchenmusik an der Evangelisch-theologischen Fakultät und eines für Musiktheorie an der Philosophischen Fakultät aufgeteilt; als "Lektor für Musiktheorie" wählte der Regierungsrat den 1886 in Wien geborenen Ernst Kurth, der bei Guido Adler promoviert hatte. 

• Aufbau einer wissenschaftlichen Bibliothek und ab 1937 einer Phonothek

• 1920: Ernst Kurth wird zum Extraordinarius ernannt

• 1921: Mit der Einrichtung eines Musikwissenschaftlichen Seminars wird die Disziplin unter die Promotionsfächer der Philosophischen Fakultät aufgenommen

• 1927: Nach der Ablehnung mehrerer Rufe nach Deutschland wird Ernst Kurth zum Ordinarius befördert

• Lehrtätigkeit von Lucie Dikenmann-Balmer (ab 1947 als nebenamtliche Extraordinaria) und Max Zulauf (ab 1931 als Privatdozent)

• 1947: Privatdozent Kurt von Fischer übernimmt Veranstaltungen zur Notationskunde und zur Neuen Musik

• 1950: Als Nachfolger des 1946 verstorbenen von Ernst Kurth wird der Schweizer Arnold Geering zum neuen Ordinarius gewählt

• 1962: Umzug von den Räumen im Hauptgebäude der Universität an die Länggassstrasse 7

• 1968: Als Nachfolger von Lucie Dikenmann-Balmer wird der gebürtige Ungar Sándor Veress als Extraordinarius eingesetzt und 1971 zum Ordinarius befördert

• 1973: Nach Geerings Pensionierung erhält der vierzigjährige Stefan Kunze das zweite Ordinariat neben Veress

• 1975: Der Lehrgang "Musik für angehende Gymnasiallehrer" entsteht

• 1975: Umzug in das neu errichtete Seminargebäude an der Hallerstrasse 12, das ab 1993 alleine vom Geographischen Institut genutzt werden wird

• 1977: Nach der Emeritierung von Veress wird das zweite Ordinariat aufgehoben und auf mehrere Lehraufträge verteilt, ausgeübt vom Oberassistenten PD Dr. Victor Ravizza (ab 1988 Extraordinarius), den Assistenten Dr. Peter Ross und Dr. Jürgen Maehder sowie dem Lehrbeauftragten Gerhard Aeschbacher

• 1992: Im Zuge der Fakultätsreform wird das Musikwissenschaftliche Seminar in Institut für Musikwissenschaft umbenannt

• 1993 zieht das Institut zusammen mit dem ein Jahr zuvor gegründeten Institut für Theaterwissenschaft in das Gebäude an der Hallerstrasse 5 um

• 1994: Nach dem Tod Stefan Kunzes wird Anselm Gerhard als ordentlicher Professor und neuer Direktor des Instituts ernannt

• 1996: Das Institut feiert sein 75jähriges Bestehen mit einem Festakt und einer Internationalen Tagung zur Geschichte der deutschprachigen Musikwissenschaft vor 1945 (Musikwissenschaft - eine verspätete Disziplin?)

• 2006: Nach dem altersbedingten Rücktritt des Extraordinarius Victor Ravizza wird Klaus Pietschmann zum Assistenzprofessor ernannt

• 2009: Mit einer neu eingerichteten Professur für Kulturelle Anthropologie der Musik verfügt das Institut erstmals über drei Professuren, als erste Professorin wird Britta Sweers ernannt

• 2010: Klaus Pietschmann wird als Ordinarius an die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz berufen, auf der Berner Assistenzprofessur folgt ihm Cristina Urchueguia nach

• 2011: Auf Initiative des Instituts und des Fachbereichs Musik an der Hochschule der Künste richten die Philosophisch-historische Fakultät der Universität Bern und die Hochschule der Künste Bern HKB in der Berner Fachhochschule mit der Graduate School of the Arts GSA ein gemeinsames Promotionsprogramm ein, das auf die Bedürfnisse von forschungsinteressierten Abslventen der HKB ausgerichtet ist

• 2016: Cristina Urchueguia wird zur ausserordentlichen Professorin befördert

• 2017: Das Berner Institut führt die zweite "Transnational Opera Studies Conference" unter dem Namen tosc@bern.2017 durch

• 2018: Umzug in das von den Schweizerischen Bundesbahnen übernommene und umgebaute Institutsgebäude an der Mittelstrasse 43

Literaturhinweis

Thomas Schacher, 75 Jahre Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern 1921-1996, Bern 1996.