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Die «Gattiker-Hausabende für zeitgenössische Musik» - Eine Berner Konzertgeschichte,
1940-1967
Bern, Berlin, Bruxelles, Frankfurt am Main, New York, Oxford, Wien, 2006.
343 Seiten.
Berner Veröffentlichungen zur Musikforschung Bd. 1
Herausgegeben von Schweizerische Musikforschende Gesellschaft Ortsgruppe Bern
ISBN 3-03910-849-2 br.
Die Gattiker-Konzerte sind ein Stück Stadt-Berner Konzertgeschichte – aber auch wesentlich mehr als das: Selbst Teil der Musikgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, sind sie zugleich auch Spiegel derselben, mit all ihren über das rein Musikalische hinausreichenden sozial- und zeitgeschichtlichen Implikationen. Kaum zu überschätzender Wert kommt den Programmen der Hausabende als Reflex auf kompositions-geschichtliche Entwicklungen vor und nach der Jahrhundertmitte zu, wenn man bedenkt, dass hier zeitgenössische Werke aufgegriffen wurden, noch bevor sie riskierten, durch spätere Mechanismen der Kanonisierung wieder aus dem Konzertrepertoire entfernt zu werden. So fasziniert denn gerade die Fülle an heute weitgehend Unbekanntem, seien es Komponistennamen oder aber einzelne Werke.
Sämtliche Facetten dieser in mancher Hinsicht einzigartigen Konzertgeschichte zwischen zwei Buchdeckel zu bannen, war selbstredend unmöglich. Es bedurfte der Selektion, Schwerpunkte mussten gesetzt werden. Als Grundlage und Leitfaden diente hierzu das Kernstück der Spuren, die die Gattiker-Hausabende der Nachwelt überlassen haben: 200 mit Schreibmaschine getippte Programmzettel. Ausgehend davon war es Ziel, Fragen zu entwickeln, die die wesentlichsten Aspekte der Konzertreihe zu beleuchten vermögen. Dies führte zu folgender inhaltlicher Konzeption: Unerlässlich schien es, die Hausabende zunächst im Kontext allgemeiner Entwicklungen der Konzertgeschichte des 20. Jahrhunderts zu positionieren und in diesem Zusammenhang abzuklären, wie es um die Pflege zeitgenössischer Musik in Bern vor 1940, mithin der ersten Gattiker-Soirée, stand (Kapitel I). Die eigentliche Bespre-chung der Hausabende erfolgt sodann wesentlich in zwei Teilen, gegliedert in drei Kapitel: Kapitel II befasst sich mit Fragen der Organisation und Administration der Konzertreihe, die beiden folgenden Kapitel mit dem Musikalischen im engeren Sinne. Kapitel III versucht hierbei, anhand verschiedener Fragestellungen einen allgemeinen Überblick über die Programminhalte zu geben, Kapitel IV wiederum ordnet einzelne Aspekte des Repertoires in den Kontext von Musik-, aber auch Zeitgeschichte ein.